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July 24 Der letzte WegDas Leben, so wie es war, wird mit nur einem einigen Satz aus den Fugen gerissen: Es ist Krebs...
Diese Nachricht erhielt mein Vater am Montag und wir sind zwischen Hoffen und Bangen. Momentan weiß ich überhaupt nicht, was ich denken und fühlen soll. Natürlich möchte ich stark vor meinem Vater sein - ihm Mut zusprechen - doch wer kann schon immer stark sein. Schön, dass ich in dieser Situation Menschen gefunden habe, die mir zuhören, mich anrufen, sich mit mir treffen wollen ... das Leben erhält irgendwie plötzlich einen ganz anderen Sinn, wenn ein geliebter Mensch auf der Schwelle zum Tod steht. Na, wollen wir nicht so düster sehen - doch mit einkalkulieren muss man diesen Umstand schon. Und dennoch hoffe ich, dass nach der alles entscheidenden Operation nicht alles vorbei ist - sondern dass mein Dad zwar zu einer geminderten, aber immerhin zu überhaupt einer Lebensqualität zurückfinden kann ... tja, und dass wir alle endlich begreifen, wie kostbar das Leben ist und nicht länger mehr aneinander vorbeileben.
Das folgende Gedicht habe ich geschrieben, als meine Mutter vor einigen Jahren operiert werden musste. Das sind halt Gedanken eines 17-jährigen Mädchens ... meine Mutter hat damals zum Glück die OP gut überstanden ...
Wiederkehr? (24.09.2000)
Ich habe Angst. Angst, dass sie geht. Dass sie geht und niemals wieder kommt.
Wir alle sind ständig auf dem Weg, ob allein oder zu zweit, immer am gehen ohne einmal stillzustehen. Doch es gibt einen Weg, diesen kann jeder nur selbst bestreiten, da hilft keinem ein Freund oder Feind, sie bleiben stehen am Wegesrand und in der Ferne wird es dunkel.
Der Mensch verschwindet, ist von uns gegangen, kommt nie wieder zurück, denn das Ziel ist so schön...
Ich habe Angst, dass wenn sie geht, sie sich verläuft, weil niemand bei ihr ist, dass sie schreit nach Vergangenheit und Erinnerung, die sie ständig einholen und doch nie bei ihr sind. Ich möchte, dass sie zurückkommt und nicht in der Ewigkeit verweilt...
Nun sehe ich sie gehen, zuschreiten auf das helle Licht. Umgeben von der Dunkelheit schaut sie noch einmal zurück. Tränen laufen über ihre Wangen!
Dann geht sie weiter... Und ich bleibe stehen... April 09 Wenn eine Blume verwelkt Wenn eine Blume verwelkt (1997)
Immer und immer wieder höre ich dieses eine Lied. Die ruhige Melodie und der Inhalt des Textes lassen mich in Erinnerungen schwelgen. Tränen rollen aus meinen Augen und dann wieder die eine Textstelle. „You will never come again!“ Das gibt mir den Rest. Sie wird auch niemals wiederkommen. Sie, eine Blume in voller Pracht, die letztendlich unverhofft verwelkte. Es geschah am 17. Mai. Eigentlich ein ganz besonderer Tag für mich, denn heute hatte ich meine Jugendweihe. Alle waren gut gelaunt, auch meine beiden Kusinen und deren Vater. Die gute Stimmung hielt sich bis zum Nachmittag, doch plötzlich änderte sich alles. Ich sah nur die verweinten Gesichter meiner Verwandten, die eilig zusammenpackten. Ich begriff nicht und wollte nicht begreifen. Die Zeit schien still zu stehen. Es war nicht mehr zum Aushalten. Und dann waren sie weg. Ich fühlte, wie eine dunkle Wolke von Trauer unser Haus und das Auto, in dem sie fuhren umgab. Doch wie auch Wolken verziehen, klärten sich zunehmend meine Gedanken. Ich wusste, dass es sehr schlimm um meine Tante stehen musste. Das war auch der Grund, warum sie heimgefahren waren. Doch wie schlimm es um meine Tante wirklich stand, offenbarte mir erst meine Mutter. Tante Elke lag im Sterben!! Fast zwei Jahre hatte sie erfolgreich gegen den Krebs gekämpft und nun sollte sie doch verlieren? Nein, das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein!!Ich machte mir und meiner Mutter Hoffnung. Ich versuchte, optimistisch zu klingen. Das Schicksal durfte einfach ihren Tod nicht zulassen. Warum jetzt? Warum sie? Am nächsten Tag, es war später Nachmittag, rief meine Mutter bei meinem Onkel an. Sie hatte es schon den ganzen Tag über versucht. Wir waren alle in der Nähe, in der Hoffnung, eine gute Nachricht zu erhalten. Doch als sich allmählich die Gesichtszüge meiner Mutter veränderten und sie weinte, wusste jeder Bescheid. Meine Tante war tot. Mir war ganz mulmig zumute und gleichzeitig war ich starr vor Schreck. Wir wussten nicht so recht, was wir jetzt tun sollten. Zwar war der Abendbrottisch bereits gedeckt, doch wer konnte jetzt noch ans Essen denken... Das Lied höre ich immer noch. Ich weiß nicht, zum wievielten Male. Wenn ich daran denke, dass ich sie zu Ostern das letzte Mal lebend gesehen habe...Was ist denn der Tod überhaupt? Ist es ein Abschied für immer oder nur eine Trennung für kurze Zeit? Werden wir uns irgendwann wieder vereint sein? Während des Liedes erinnere ich mich nicht nur an ihren Tod, sondern auch an die schönen Stunden mit ihr. Sie war so nett und hilfsbereit, eine schöne Blume.Doch auch Blumen verwelken, wie auch Lieder verklingen und das Lachen verstummt. Aber eines werde ich nie. Ich werde sie nie vergessen. SilvesterHier ein Gedicht aus meiner Anfangszeit. Oh je, das soll jetzt auch schon wieder 10 Jahre her sein? Die Zeit vergeht echt wie im Fluge, doch die schönen Momente bleiben bestehen für die Ewigkeit ;-) ... 1997 war dennoch für mich ein Schicksalsjahr. Meine geliebte Tante Elke erlag ihrem Kampf gegen den heimtückischen Krebs am Tag meiner Jugendweihe. Tja, Freud und Leid liegen so oft ganz nah beieinander...
Silvester
31. Dezember 1997
Der letzte Tag in diesem Jahr
neigt sich seinem Ende entegen.
Noch ist die Welt
vom Dunkel der Nacht umhüllt.
Ich genieße diese Stille,
ist sie doch wie die Ruhe vor dem Sturm.
Und schon suchen sich bunte Feuerwerkskörper
einen Weg zum sternklaren Himmel
Sie zerbrechen die Stille in Glasscherben.
Ich stehe da und schaue hinauf.
Ein Gefühl von Fröhlichkeit erfasst mich.
Wieder ist ein Jahr vergangen.
Ein Jahr, welches mir so viel Frohsinn,
aber auch unendlich viel Leid gebracht hat.
Ich erinnere mich, ich besinne mich.
Ganz ungewollt rinnen mir Tränen übers Gesicht.
Ich senke den Blick,damit es keiner sicht.
Eine Weile steh' ich so da,
doch ich kann mich dem Blumenmeer
am Himmel nicht länger entziehen.
Auch die fröhlichen Zurufe meiner Mitmenschen
lassen mir keinen Grund zu weiterem Trübsinn.
Ich fasse neuen Mut,
hebe meinen Blick wieder
und schau in die Zukunft,
die mit diesem neuen Jahr beginnt.
Ein Jahr, das wieder so viel Freude
und so viel Schmerz für mich bereithalten wird.
April 08 Mein SternMein Stern
Juli 2000
Du leuchtest tief in der Nacht,
hast immer über mir gewacht.
Leuchtest so hell und rein,
bist schöner als jeder Edelstein.
Bin ich traurig, schau ich dich an,
weil ich sonst nicht schlafen kann.
Du beruhigst mich, machst mir Mut
und mir geht es wieder gut.
Am Tag, unsichtbar für die Welt
hast du dich zu meinem Herzen gesellt.
Ich liebe dich, oh du mein Stern,
doch bist du mir unerreichbar fern.
written by Mona April 06 VorbeiVorbei
Januar 2001
Sie sitzen im Auto
träumend von einer anderen Welt.
Bäume, Straßen und Häuser
fliehen an ihren Augen vorbei.
Ihr Weg ist von Stille durchzogen,
sie sind mit sich allein.
Dann ein Schreckensschrei
gefolgt von Panik
Ausweglosigkeit
Sekunden wie Stunden
ein Aufprall-
und wieder Stille.
Sie sitzen im Auto,
verhauchte Lebensenergie.
Der Traum ist dahin,
ein Kreuz als Mahnmal steht.
written by Mona March 27 An eine Ehemalige BekannteWer kennt das nicht, da glaubt man jemanden zu kennen und dann missbraucht er schonungslos dein Vertrauen und lügt dich an. So etwas ist um so schmerzvoller, wenn es dich aus heiterem Himmel trifft, gänzlich ohne Vorwarnung. Man möchte dieser Person zunächst glauben, weil ihre Worte so aufrichtig klingen. Doch die Umwelt straft dem Lügen und verletzte Gefühle stehen auf einmal im Raum. Tja, manchmal ist es wohl nicht leicht, die Wahrheit zu sagen, manchmal ist wohl eine Lüge leichter zu ertragen. Nur in diesem Fall war es nicht so. Ich fühlte mich hintergangen, vor vollendete Tatsachen gestellt und dass ich diese Person dennoch noch jede Woche einmal sehen muss, fiel mir anfangs alles andere als leicht. Nun ja, nun hüllen sich beide Seiten in Schweigen - vielleicht auch ein Fehler meinerseits - aber mittlerweile denke ich, dass es besser so ist. Das folgende Gedicht war ein Versuch in zweierlei Hinsicht- ich habe schon lange nicht mehr gereimt und schon lange nicht mehr versucht meine Gefühle in Worte zu fassen und sie aufzuschreiben. Ich habe es verkraftet - es tut nicht mehr weh und ich widme mich lieber den Personen, die mich als Mensch zu schätzen wissen.
An eine ehemalige Bekannte
27. März 2008
Mir will es einfach nicht in den Sinn,
wie du kannst mir Gegenüberstehn,
mir geradewegs frech in die Augen sehn,
mit einem Lächeln die Wahrheit verdrehn.
Ein Netz voller Lügen hast du aufgebaut,
kann dir nie wieder mehr vertraun.
Es hat sich so vieles in mir angestaut,
Verzweiflung und Wut müssen endlich raus.
Warst zu feige, mir die Wahrheit zu sagen,
ich muss nun die Konsequenzen tragen.
Brauchst mich um keinen Rat mehr fragen.
Ich kann deinen Anblick nicht länger ertragen.
written by Mona March 26 OsterfreudenNun ist sie schon wieder vorbei, die schöne Osterzeit. Für mich jederzeit willkommen, bietet sie mir doch einen Freiraum, Tage des Enstpannens. Fern liegt auf einmal das Hetzen und Rennen - eine kleine Auszeit im stressigen Alltagsleben.
Schade nur, dass mir Ostern nicht mehr so viel bedeutet wie als Kind. Ach, was war das doch schön, Eier bunt anzumalen, am Ostersonntag im Garten nach kleinen Geschenken zu suchen. Tja, und später wie meine Nichten noch klein war, habe ich Osterüberraschungen versteckt. Das Verstecken war die reinste Freude für mich und auch, wie zwei kleine Kinder durch den Garten gehuscht sind mit Adlersaugen. Und dennoch, ihr gieriger Ruf "Ist das alles?" erklingt heute noch in meinem Ohr. Ja, die Unzufriedenheit macht sich selbst an Ostern breit, wenn kein großes teures Geschenk fürs Kind dabei ist. Wie sind wir doch alle abgestumpft, dass wir uns über Kleinigkeiten nicht mehr freuen können. Schade eigentlich :-( .
Am Karfreitag feierte mein Dad seinen 66. Geburtstag. Zwei seiner Geschwister, allesamt um einige Jahre älter, kamen mit ihrem Ehegatten zum Besuch und so wurde es eine Reise in die Vergangenheit. Es ist schon interessant Geschichten vom Großvater zu hören, den man leider nie persönlich kennenlernen konnte.
Kulinarisch kamen wir voll auf unsere Kosten und bei allen ist wohl das Gefühl geblieben, dass er zu Ostern regelrecht gemästet worden ist. In sehr regelmäßigen Abständen fanden wir uns alle am gedeckten Esstisch wieder.
Ich habe mir zu Ostern selbst ein Geschenk gemacht: Ich habe mir zwei DVDs ("Geliebte Jane", "Elizabethtown") sowie einen Tipptrainer gekauft. Ja, bald werde ich noch schneller als sonst meine Texte schreiben können, insofern ich das Trainingsprogramm durchhalte ;-). Mein Freund hat es geschafft, das Kind in mir total glücklich zu machen. Er hat Kleinigkeiten für mich im Haus versteckt. Das Wetter draußen war ja nicht gerade einladend für eine Suche im Garten. Tja, ich bekam eine Steckerleuchte, viele bunte Eier, Süßes und eine süße Bärenkerze. Hab recht vielen Dank dafür!
Photo by Mona March 24 KriegKrieg
März 2003
Ein Leben im Wahnsinn.
Die Ruhe ausgestochen,
Vertrauen gebrochen,
Hass geschürt.
Ein Leben ohne Menschlichkeit.
Jeder von uns hat Blut in der Hand,
selbst wenn er nicht die Waffe führt.
Nicht begriffen, wie sinnlos
das Gemetzel - das Sterben ist.
Überlebenskampf statt Bruderschaftskuss.
Doch die Zeitbombe tickt
und wenn sie explodiert,
wird sie alle mit sich reißen.
Auf Wiedersehen schöne Welt!
Wir Menschen sind nicht geeignet -
fürs Leben.
March 23 InspirationDie Liebe kann sehr inspirierend sein und vielfältige schöpferische Kräfte freisetzen. Die angebetene Person in diesem Gedicht ist allerdings nicht mein jetziger Freund. Das Gedicht entstand wenige Monate bevor wir uns kennen- und liebengelernt haben. Wer schmachtet nicht gern seinem Ideal hinterher, sei`s nur um des Schmachtens willen und um sich im Gefühl des Verliebtseins zu suhlen. In solchen Tagträumen habe ich mich früher nur allzugern verloren ;-)
Inspiration
Februar 2004
Lächelndes Universum,
Stern meiner Welt
unergründlich weit,
fühl mich dir nah.
Funkelndes Auge,
glitzernde Sonne.
Wann seh ich dich wieder?
Ich warte auf dich.
written by Mona March 22 WaldesrauschenIch möchte euch gern davon berichten, wie dieses Gedicht entstanden ist und was ich damit sagen will. Oftmals wird man damit ja allein gelassen und muss sich selbst seinen Sinn suchen im Wortwirrwarr. Jeder kann und darf hier natürlich trotzdem beim Lesen eigene Erinnerungen und Erfahrungen einfließen lassen ;-). Dies ist sogar erwünscht !
Nun ja, ich kann mich eigentlich noch ganz gut an diesen Moment erinnern. Ich saß auf unserer Terasse und die Abendsonne strahlte durch die Bäume des naheliegenden Waldes. Mich berührte dieser Anblick so sehr - dass ich dieses Gefühl der Ruhe und des Glücks in einem kleinen Gedicht festhalten wollte. Es handelt kurz gesagt vom Innehalten, von der Liebe zur Natur und dem Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt. Doch lest lieber selbst:
Waldesrauschen
Juni 2003
Leicht und sacht weht der Wind
durch den ewig jungen Wald,
wiegt in den erholsamen Schlaf
das kleine süße liebliche Kind.
Die Sonne legt einen goldenen Schimmer
über des Waldes hellgrünem Haupt.
Leise Lieder klingen auch -
ein vertrautes Rauschen unter dem Himmel.
Still, sei nur fein still
Wer wagt es, das Kindlein zu stören ?
Im Einklang befindlich hören
nun auch die Menschen Gottes Wille.
written by Mona March 20 NachtNacht
Juli 2003
Wunderbare Welt im Abendglanz,
verzauberst mich völlig und ganz.
Nehme dich mit all meinen Sinnen auf,
du süßer seltsam vertrauter Traum.
Am sternenbehangenen Himmel, hoch oben thront,
ein Seelenverwandter, der liebe Mond,
lässt seichte Wolkenbänder sichtbar werden.
Selbst nachts nicht müde, Schäfers Herden.
Und ich höre wie ein leichter Wind
durch Bäume und Gräser, lieblich Kind,
behutsam sacht und wohlklingend streicht,
während das Lied der Grillen die Ewigkeit erreicht.
Sie und WirSie und Wir
(Oktober 2000)
Wir haben sie nie gesehn.
Sie wirkte so unscheinbar, irreal.
Mitten unter uns hat sie geweilt,
doch wir haben sie nie gesehn.
Wenn sie geweint hat,
hat es niemand gesehn.
Wenn sie uns mit hilfesuchenden Blicken anschaute,
hat es niemand gesehn.
Niemand wollte es sehen.
Jeder dachte nur an sich selbst.
Doch dann hörte ihr Herz einfach auf zu schlagen.
Sie fiel einfach um.
Gestorben an Einsamkeit und Depressionen,
erstickt an Problemen,
die sie allein nicht lösen konnte,
zersprungen aus Verzeiflung,
weil sie niemand ernst nahm.
Ihre Hilfeschreie an uns sind für immer versiegt!
Nun weinen wir diese Tränen -
doch es ist zu spät,
ihr wird es nichts mehr nützen,
denn ihre Lebensenergie ist dahin.
Uns wurde für einen kurzen Augenblick
die Augen geöffnet.
Wir sehen die Realität,
wollen sie nicht wahrhaben
und erst recht nicht akzeptieren,
es ist einfacher sie zu verdrängen ...
und wir schließen die Augen wieder.
March 19 Die RoseDie Rose (Juni 2003) Leben - um zu verblühn ?
Doch, was wäre das Leben,
gäbe es keine Knospe,
kein Blühen, kein Vergehn?
In den Kindern
werden wir auferstehn,
niemals sterben,
nie vergehn.
Hot Myspace Glitters - Dezrum.com Philosophische MelancholieSehr sonderbarer Titel, ich weiß. So habe ich früher meine kleine Gedichtesammlung benannt. Es ist schon eigenartig - Liebesschmerz, Spannungsfelder zwischen sich und der Umwelt, Bewährungsproben - alles das kann einerseits zerstörend wirken. Auf der anderen Seite kann es auch kreative Kräfte freisetzen. Ich philosophiere nach wie vor noch sehr gern, doch der Alltagsstress gibt dem immer weniger Raum. Außerdem habe ich einen Freund und Lebenspartner gefunden, dem ich nahezu alles anvertrauen kann. Viel Spannung, die sich eventuell in endlosen Tagebucheinträgen oder Gedichteschreibphasen umgewandelt hätte, löst sich in Gesprächen mit ihm auf. Es tut sehr gut, mit ihm zu reden ;-) Allein schon der Klang seiner Stimme wirkt beruhigend und besänftigend !
Hier nun ein kleines Gedicht aus vergangenen Zeiten (April 2003):
Stille
Sanft wiegen mich die Träume,
singen mir leis' ein kleines Lied,
nehmen mich mit auf entspannende Reise,
hinaus in eine stille reine Welt.
In Nebel hüllt sich Berg und Tal,
sanft ruhn die Wolken am Boden,
in sich versunken zufrieden und still
sind auch die Herzen der Menschen.
Ich fühle mich sicher und geborgen,
beschützt von der mich umgebenden Stille.
Ruhe, die mich innehalten lässt.
Bin so glücklich, endlich zuhaus.
Doch Träume nehmen schnell ein Ende,
Nacht wird Tag, aus Traum Realität.
Zurückgestoßen in die laute Welt,
in der nichts ruht, keine Sanftheit steckt.
Nur Lautheit und eine immerwährende Spannung,
die sich nicht löst, kein Vertrauen schafft.
Finde keinen einzigen Raum zur Entfaltung
und niemand da, der mich wiegt und liebt.
March 17 Im Wandel der ZeitManch einer hat sich vielleicht gewundert, warum ich Baby-Fotos und Bilder aus meinen frühen Kindheitstagen hier ins Internet gestellt habe.
Ich bin keinesfalls selbstverliebt oder nehme mich zu wichtig. Es ist vielmehr eine Auseinandersetzung mit meinem bisherigen Leben - eine Aufarbeitung der Vergangenheit mit dem Ziel - sich ein Stück weit mehr anzunehmen und zu akzeptieren. Das fiel mir in bestimmten Lebensphasen mal leichter, mal schwerer. Es gab eine Zeit, da habe ich mich überhaupt nicht gern fotographieren lassen. Auf Bildern von dieser Zeit sieht man mich entweder von hinten, mit überkreuzten Armen vor dem Gesicht, einem vermufften Blick oder mit einer fetten Sonnenbrille auf der Nase. In der Pubertät habe ich mich mit der Selbstfindung sehr schwer getan. Ich wollte meinen Körper nicht annehmen und habe mich selbst sehr vernachlässigt und flüchtete in eine eigene Traum-Welt. Ich erschuf mir meine ideale Welt, philosophierte, schrieb Gedichte und Geschichten. Mehr und mehr dem Schwarz-Weiß-Denken verfallen, lehnte ich viele Dinge kategorisch ab und verfiel in eine Außenseiter-Rolle, aus der ich mich nie ganz befreien konnte. Doch je älter ich wurde, je mehr Erfahrungen ich machen durfte, begann ich, mich als Mensch und meinen Charakter besser zu verstehen. Freunde, Lehrer und Bekannte haben mir auf diesem Weg der Erkenntnis geholfen. January 11 Das Mauerblümchen Es war einmal ein kleines Blümchen, das stand an einer großen kalten Mauer. Traurig senkte sie den Kopf, denn kein Wind verirrte sich hierher, der sanft ihre Blütenblätter umwogen hätte. Keine Biene flog zu ihr, die an ihrem süßen Nektar naschen wollte. Nein, selbst die Sonnenstrahlen mieden diesen Ort so gut wie es ging. Düster war es hier, dunkel und kalt. Doch die Blume war so ganz unglücklich nicht über ihren Standort, schützte sie doch die Mauer vor allem möglichen Leid. Ja, sie wollte übersehen werden, eben besonders von Menschen, die ihr wehtun würden, die sie verletzen und enttäuschen wollten, mit Worten, mit solch schrecklichen geheuchelten Worten, die große Liebe und Fürsorge versprachen und doch nichts waren als leere Worte. Und mit Taten, die nicht immer so schlimm in ihrer Seele brannten wie die Worte, die sie nie vergessen konnte, die sie aber trotzdem physisch zu vernichten drohten. Hier war sie sicher vor jeglichem Elend und müde lächelte sie über Heidenrösleins Leid. Selbst Schuld, dachte sie, hatte sie doch mit ihrer Schönheit den wilden Knaben erst angelockt. Ihr würde das nicht wiederfahren, niemand würde es auch nur wagen sie anzurühren. Blickte sie an sich herab, so sah sie nur eine kümmerliche Gestalt, ein zarter Stiel, dünne Blätter, ein trauriges Angesicht, verletztes Herz, doch warm und echt. Wer um alles in der Welt sollte sie schon wahrnehmen im Reich der Schatten, wohin sich kaum ein Blick verirrte. Doch solch ein Leben sollte ihr vor allem Einsamkeit bescheren, denn niemand war da, der ein Gespräch mit ihr suchte, niemand, der ihren Gedanken lauschte, niemand, der ihr mit Rat und Hilfe beiseite stand. Sie hatte sich unsichtbar gemacht, um nicht gesehen und nicht verletzt zu werden, aber auf der anderen Seite...Freunde fehlten ihr, wahre Freunde.
Manchmal wenn ihr der Tag zu lang wurde, gab sie sich ihren Träumen hin. Sie träumte von vergangenen Zeiten als die Mauer noch nicht stand und sie mitten auf einer farbenfrohen saftigen Wiese ihre Wurzeln ausschlug. Doch allzu bald verfolgte sie wieder das hämische Lachen, dass sich in ihren Ohren breit machte und jedes Mal ertönte, wenn sie etwas falsch machte und Entwürdigung, Erniedrigung und Verachtung als Strafe darauf folgten. Die Erinnerung quälte sie so sehr, dass sie ihr Sein und Tun beeinflusste. So war sie mit der Zeit zur Kälte erstarrt, äußerlich her und lebte eigentlich nur noch in ihren Gedanken, denn nur dort konnte sie sich frei und sicher fühlen. Doch dann, wenn ihr wieder einmal bewusst wurde, dass die Mauer sie nicht nur vor den Schlechtigkeiten beschützte, sondern auch vor all den schönen Dingen, die das Leben zu bieten hatte , fing sie an zu weinen. Dann wünschte sie sich ihr altes Leben zurück, sehnte sich nach der Wiese mit den wunderschönen Blumen und all den Insekten. So gern wollte sie wieder ein Teil davon sein. Doch sie stand nun mal an dieser verdammten kalten blöden Mauer, hatte schon tief ihre Wurzeln in den Boden gesetzt. Doch von dort aus blickte sie nur in eine triste Welt, freudlos und ohne Leben. Ihre Tränen waren bitter und die Erkenntnis schmerzte weit mehr als die schlechten Erfahrungen vergangener Zeiten.
Weine, Blümchen, weine. Vielleicht verwandeln deine Tränen den vertrockneten staubigen Boden in eine fruchtbare Erde, auf der du gedeihen kannst. Und vielleicht kommt irgendwann der Mensch, der deine reine Seele sieht, dich ausgräbt und dir einen Platz in seinem Herzen schenkt. January 10 Geregelte Bahnen Wie liebte sie die halbe Stunde vor ihrem Auftritt, wo sie endlich allein mit sich sein konnte. Kein Gewusel mehr um sie herum, kein Gezerre und Gezupfe an ihrem Kleid und an ihren Haaren. Endlich kam sie sich nicht mehr vor wie eine leblose Puppe, Spielball der Menschen um sie herum, konnte eigenen Gedanken nachgehen und fühlte sich so unendlich befreit.
Sie spielte Klavier seit sie 3 Jahre alt war und als ihre große Begabung ans Tageslicht gelang, ihr großes Talent entdeckt worden war, wurde sie von einem Professor zum nächsten geschleift, von einem Konzert zum anderen. Mit einem leichten Lächeln schaute sie auf ihre zarten Hände hinab, denen sie alles zu verdanken hatte und die sie manchmal deswegen auch verfluchte. Warum konnte sie nicht mit kleinen verkrüppelten Fingern auf die Welt gekommen sein? Warum konnte sie kein normales Leben führen, so wie sie es sich oft gewünscht hatte. Sie hatte keine richtige Kindheit gehabt. Der Schule blieb sie fern, weil ihre Eltern ihre zarte Seele vor den Hänseleien der Mitschüler schützen wollten und auch vor allem Neid, der garantiert auf sie eingestürzt wäre. Statt dessen hatte sie einen Privatlehrer nach dem anderen. Auch jegliche Sportarten blieben ihr verwehrt, sie durfte ja nicht ihr Kapital, ihre wertvollen Händen, einem unnötigen Risiko aussetzen. So waren die letzten 14 Jahre seit ihrer ersten Begegnung mit dem häuslichen Klavier verlaufen. Und dennoch, der einzige Freund, den sie hatte und dem sie blind vertrauen konnte, war ihr über alles geliebtes Klavier. War es doch nicht so heuchlerisch wie die vielen Menschen um sie herum, die durch sie nur zum Erfolg und zur Anerkennung gelangen wollten. Das waren zum einen die Manager, die sich mit ihr nur eine goldene Nase verdienen wollten, aber nicht wirklich um ihr Wohl besorgt waren. Das war zum großen Teil auch ihre Mutter, die kein Konzert ihrer Tochter versäumte und jedem, ob er es hören wollte oder nicht, stolz ins Ohr raunte, dass das dort oben auf dem Konzertpodium ihre Tochter war, die schon immer nur eines wollte, eine Konzertpianistin werden. Maria wusste nicht, ob das der Wahrheit entsprach, auch wenn sie bei einer Gesprächsrunde mit zahlreichen Bewunderern, dies nie leugnete. Doch, woher sollte sie wissen, was gut für sie war, wenn von Anfang an andere Menschen bestimmt haben, was gut für sie zu sein hatte. War es denn wirklich ihr Traum oder nicht vielmehr der ihrer Mutter, der es versagt blieb, diesen Weg einzuschlagen. Es gab so viele wundervolle Dinge im Leben und keines hatte sie davon ausprobiert, ausprobieren dürfen. Wie kann man wissen, dass das Klavierspielen der Traum aller Träume war, wenn man nie einen anderen Traum ausleben durfte, niemals die Wahl hatte. Ja, sie fühlte sich wie eine Puppe, die nur den Nutzen hatte, dem Besitzer zu gefallen, der seine eigenen Vorstellungen, Wünsche und Hoffnungen an ihr auslebte. Sie wollte da raus, nur einmal, nur um zu sehen, dass es tatsächlich nichts Erfüllenderes in ihrem Leben gab als ihr Klavierspiel, und sie wollte nicht mehr nur darauf reduziert werden, vielleicht hatte sie ja noch so viele andere Talente, die bisher unentdeckt blieben, weil keiner nach ihnen gesucht hatte. Noch 5 Minuten bis zu ihrem Auftritt. Nein, sie wollte nicht länger die Erwartungen der anderen erfüllen, wollte nicht länger eine Art Aushängeschild für Menschen sein, die sie überhaupt nicht verstanden. Sie wollte endlich ein eigenes freies Leben, in dem nicht der verletzte Stolz der anderen zählte, wenn bei einem Auftritt mal nicht alles so klappte wie es sollte. Sie wollte endlich für ihre Fehler selbst einstehen dürfen, allein mit ihnen umgehen und sie wollte sich freuen, wenn ihr wirklich danach zumute war und nicht, weil es die anderen so wollten und sie wollte weinen, wenn sie traurig war, und ihre Tränen nicht hinter einem Lächeln verbergen müssen. So fasste sie einen Entschluss, heute und jetzt würde sie einfach gehen, egal welche Konsequenzen es hätte, sie wollte einmal selbst etwas in ihrem Leben bestimmen, wollte dem ungeheuren Druck, der auf ihren Schultern lastete, nur einmal entgehen. Doch bevor sie aufspringen konnte, um dem allem zu entfliehen, war die Zeit ihres Konzertes heran. Und Pflichtbewusstsein verdrängten ihre Überlegungen und aufkommenden Zweifel. Erhobenen Hauptes schritt sie auf das Podium zu, blieb vor dem Flügel stehen und verbeugte sich. Tosender Beifall erhob sich und sie dankte es mit einem Lächeln, bevor sie sich auf der Klavierbank niederließ, die Augen schloss, einen Moment die erwartungsvolle Stille um sich herum genüsslich einatmete und ihre zarten Hände berührten die Tasten und all ihre Sehnsüchte verwandelten sich in Töne, und die Töne verwandelten sich zu schönen Melodien. Sie vergaß alles um sich herum und ihr ganzes Dasein war erfüllt von der Musik. |
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