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July 24 Der letzte WegDas Leben, so wie es war, wird mit nur einem einigen Satz aus den Fugen gerissen: Es ist Krebs...
Diese Nachricht erhielt mein Vater am Montag und wir sind zwischen Hoffen und Bangen. Momentan weiß ich überhaupt nicht, was ich denken und fühlen soll. Natürlich möchte ich stark vor meinem Vater sein - ihm Mut zusprechen - doch wer kann schon immer stark sein. Schön, dass ich in dieser Situation Menschen gefunden habe, die mir zuhören, mich anrufen, sich mit mir treffen wollen ... das Leben erhält irgendwie plötzlich einen ganz anderen Sinn, wenn ein geliebter Mensch auf der Schwelle zum Tod steht. Na, wollen wir nicht so düster sehen - doch mit einkalkulieren muss man diesen Umstand schon. Und dennoch hoffe ich, dass nach der alles entscheidenden Operation nicht alles vorbei ist - sondern dass mein Dad zwar zu einer geminderten, aber immerhin zu überhaupt einer Lebensqualität zurückfinden kann ... tja, und dass wir alle endlich begreifen, wie kostbar das Leben ist und nicht länger mehr aneinander vorbeileben.
Das folgende Gedicht habe ich geschrieben, als meine Mutter vor einigen Jahren operiert werden musste. Das sind halt Gedanken eines 17-jährigen Mädchens ... meine Mutter hat damals zum Glück die OP gut überstanden ...
Wiederkehr? (24.09.2000)
Ich habe Angst. Angst, dass sie geht. Dass sie geht und niemals wieder kommt.
Wir alle sind ständig auf dem Weg, ob allein oder zu zweit, immer am gehen ohne einmal stillzustehen. Doch es gibt einen Weg, diesen kann jeder nur selbst bestreiten, da hilft keinem ein Freund oder Feind, sie bleiben stehen am Wegesrand und in der Ferne wird es dunkel.
Der Mensch verschwindet, ist von uns gegangen, kommt nie wieder zurück, denn das Ziel ist so schön...
Ich habe Angst, dass wenn sie geht, sie sich verläuft, weil niemand bei ihr ist, dass sie schreit nach Vergangenheit und Erinnerung, die sie ständig einholen und doch nie bei ihr sind. Ich möchte, dass sie zurückkommt und nicht in der Ewigkeit verweilt...
Nun sehe ich sie gehen, zuschreiten auf das helle Licht. Umgeben von der Dunkelheit schaut sie noch einmal zurück. Tränen laufen über ihre Wangen!
Dann geht sie weiter... Und ich bleibe stehen... |
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